Beitragsanpassung zum 1. Januar 2020

Hier bieten wir Ihnen einen Überblick zu den aktuellen Entwicklungen im Gesundheitswesen, den damit verbundenen Kostenaspekten sowie zum Einsatz der HALLESCHE für stabile Beiträge.

Krankenversicherung
Antworten auf häufig gestellte Fragen zur Beitragsanpassung.
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1. Warum ist ab Januar 2020 in einigen Tarifen eine Beitragsanpassung erforderlich?
Deutschland hat eines der besten, aber auch teuersten Gesundheitssysteme der Welt. Dies ist für jeden von uns im Krankheitsfall sehr beruhigend zu wissen. Allerdings wirken sich der medizinische Fortschritt sowie die damit verbundenen Kostensteigerungen im Gesundheitswesen auch auf die Beiträge aus. In den letzten Jahren gab es besonders im Bereich der Leistungen für Arzneimittel und im Zahnbereich einen Anstieg der Kosten. Auch die allgemeinen Behandlungskosten sind durch moderne Therapieformen gestiegen.

Als Privatpatient profitieren Sie besonders von diesen innovativen Behandlungsmethoden. Anders als bei gesetzlich Krankenversicherten unterliegt Ihre medizinische Versorgung keinen engen Budgetvorgaben.

Zusätzlich steigt die Lebenserwartung in Deutschland erfreulicherweise immer weiter an – verbunden mit entsprechend höheren Gesundheitskosten im Alter. Diese Entwicklung und auch die anhaltende Niedrigzinsphase haben wir bei unserer aktuellen Beitragsanpassung berücksichtigt.
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2. Wie wird der Beitrag in der privaten Krankenversicherung kalkuliert?
Die Beitragskalkulation in der privaten Krankenversicherung ist abhängig vom Umfang des Versicherungsschutzes sowie vom Alter und dem Gesundheitszustand bei Antragstellung. Bei Bisex-Tarifen (Vertragsschluss bis zum 20.12.2012) wird zusätzlich noch das Geschlecht berücksichtigt. Die zu erwartenden Leistungen in einem Tarif werden für eine Versichertengemeinschaft über die gesamte Laufzeit kalkuliert.

Da der Beitrag allein aufgrund des Älterwerdens der Versicherten nicht steigen darf, sind im Beitrag Sparanteile (Alterungsrückstellungen) enthalten. In jungen Jahren werden so mehr Beiträge bezahlt als zu diesem Zeitpunkt tatsächlich benötigt werden. Die private Krankenversicherung hat bei der Beitragskalkulation gesetzliche Vorschriften zu beachten. Zudem prüft ein unabhängiger Treuhänder die Kalkulation der Beiträge.
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3. Wann darf eine Beitragsanpassung erfolgen?
Der Beitrag darf nur angepasst werden, wenn die tatsächlichen Kosten um mindestens 5 % von den kalkulierten Kosten abweichen. Jede Beitragsanpassung wird zudem von einem unabhängigen Treuhänder überprüft sowie der Aufsichtsbehörde vorgelegt.
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4. Können Kostensteigerungen im Gesundheitswesen bei der Beitragskalkulation langfristig berücksichtigt werden?
Eine Berücksichtigung der Kostenentwicklung über die nächsten Jahrzehnte lässt die Kalkulationsverordnung nicht zu, da langfristige Prognosen sehr fehleranfällig sind. Deshalb überprüfen wir regelmäßig sämtliche Kriterien und beziehen diese in unsere Beitragskalkulation mit ein. Ihr Beitrag basiert damit stets auf dem aktuellsten Kostenniveau.
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5. Wie steigt der Wert Ihres Versicherungsschutzes?
Sie haben mit Ihrem privaten Krankenversicherungsschutz bei der HALLESCHE vertraglich garantierte Leistungen. Der Wert dieser Leistungen steigt sogar mit dem medizinischen Fortschritt und entsprechenden Innovationen stetig.
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6. Erhöhen auch andere private Krankenversicherer ihre Beiträge?
Der medizinische Fortschritt ist einer der Hauptgründe für die Kostenentwicklung am gesamten Markt der privaten Krankenversicherer (PKV). Eine Beitragsanpassung ist in der PKV-Branche langfristig nicht vermeidbar. Die HALLESCHE kalkuliert nachhaltig und vorausschauend. Damit landen wir in unabhängigen Marktvergleichen zum Thema Beitragsstabilität regelmäßig ganz weit vorne. So bewertet die Ratingagentur ASSEKURATA die Beitragsstabilität der HALLESCHE als „exzellent“.
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7. Wo liegt der Unterschied zwischen der gesetzlichen und privaten Krankenversicherung?
In der privaten Krankenversicherung (PKV) erfolgt die Beitragskalkulation nach dem Äquivalenzprinzip. Das heißt, dass sich der Beitrag nach den versicherten Leistungen und dem individuellen Risiko (Alter, Gesundheitszustand, Geschlecht*, Zugehörigkeit zu einer bestimmten Personen- oder Berufsgruppe) des Versicherten richtet. In der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) dagegen gilt das Solidaritätsprinzip. Das bedeutet, dass sich der Beitrag ausschließlich am Einkommen orientiert.

In der PKV wird bei der Beitragsberechnung das Kapitaldeckungsverfahren angewandt. Hier werden Alterungsrückstellungen gebildet, die einen guten Schutz gegen das demographische Risiko, d. h. gegen die ungünstige Entwicklung des Altersaufbaus der Bundesrepublik Deutschland, gewährleisten. Im Gegensatz dazu werden in der GKV die Beiträge nach dem Umlageverfahren berechnet, d. h. es werden keine Alterungsrückstellungen aufgebaut. Somit besteht hier kein Schutz gegen das demographische Risiko.

* Bei Verträgen, die bis zum 20.12.2012 abgeschlossen wurden, ist das Geschlecht noch ein Faktor bei der Beitragskalkulation. Alle danach geschlossenen Verträge unterliegen dem Unisex-Gebot.
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8. Wie erhöht die gesetzliche Krankenversicherung ihre Beiträge?

Das wissenschaftliche Institut der PKV hat in einer Studie die Beitragsentwicklung der GKV-Versicherten und die Beitragsentwicklung der PKV-Versicherten gegenübergestellt. Dafür wurden die offiziellen Daten des Bundesgesundheitsministeriums und des PKV-Verbandes ausgewertet.
Im Ergebnis zeigt sich, dass der durchschnittliche Beitragsanstieg für GKV-Versicherte in den letzten zehn Jahren höher war als der Anstieg bei den PKV-Versicherten (3,3 % zu 2,8 %).

Die gesetzliche Krankenversicherung (GKV) kennt zwei "Arten" der Beitragserhöhung:

1. Direkte Beitragserhöhungen

  • Erhöhung der Beitragsbemessungsgrenze

    (Die monatliche Beitragsbemessungsgrenze stieg zum 01.01.2020 um 150 € auf 4.687,50 € an.)

2. Indirekte Beitragserhöhungen

  • Jede Lohn- bzw. Gehaltserhöhung führt zu höheren Beiträgen, falls der GKV-Versicherte unterhalb der Beitragsbemessungsgrenze verdient. Von jedem Euro Lohnerhöhung gehen dann sofort 16 Cent an die GKV weg.

  • Auch Leistungskürzungen sind „versteckte“ Beitragserhöhungen. Ein GKV-Versicherter müsste - um seinen ursprünglichen Versicherungsschutz auf Dauer aufrechtzuerhalten - eine angemessene Zusatzversicherung bei einer privaten Krankenversicherung abschließen. Der gleiche Versicherungsschutz wird also teurer als vorher.

 

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9. Sie haben keine Rechnungen eingereicht - warum ändert sich Ihr Beitrag trotzdem?
Durch Versicherte, die wenige oder keine Leistungen in Anspruch nehmen müssen, wird der Krankenversicherungsschutz in einer Versichertengemeinschaft für alle finanzierbar. Von diesem Solidarprinzip profitiert jeder Einzelne. Denn niemand kann ausschließen, einmal selbst auf eine gute medizinische Versorgung – und damit auf die Versichertengemeinschaft – angewiesen zu sein.
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10. Wie können Sie sich kostenbewusst verhalten?
Jeder Einzelne kann durch einen verantwortungsvollen Umgang mit Gesundheitsleistungen zum Wohl seiner Versichertengemeinschaft beitragen. Denken Sie zum Beispiel an:
  • Sparpotenziale bei Medikamenten: Fragen Sie Ihren Arzt oder Apotheker nach preisgünstigeren Arzneimitteln mit gleicher Wirkung (Generika) oder kleineren Packungsgrößen. Oft reicht dies für die Behandlung aus.

  • Gute Qualität beim Zahnersatz zu guten Preisen: Auf Wunsch unterstützen wir Sie gerne bei der Suche nach einem optimalen Leistungserbringer für qualitativ hochwertigen Zahnersatz zu günstigen Preisen.

  • Den HALLESCHE Rechnungs-Check: Unsere Spezialisten prüfen Ihre Arzt- und Zahnarztrechnungen gerne auf gebührenrechtliche und rechnerische Richtigkeit, noch bevor Sie diese bezahlen. Zum Rechnungs-Check

  • Den HALLESCHE Hilfsmittelservice: Wir haben bundesweit Verträge mit Sanitätshäusern, die kompetente Beratung und Preisvorteile bieten. Wenden Sie sich einfach direkt an uns.

  • Die Patientenhilfe im Einzelfall sowie individuelle Gesundheitsprogramme (für Kunden mit Vollversicherungsschutz): Die optimale Versorgung unserer Versicherten liegt uns am Herzen – ein zusätzlicher Vorteil: Solche Aktivitäten beeinflussen die Leistungsausgaben ebenfalls günstig.

  • Ambulantes Operieren: Immer mehr Operationen können heutzutage unter ambulanten Bedingungen durchgeführt werden. Dies erspart Ihnen längere Klinikaufenthalte und zudem können die Kosten deutlich reduziert werden. Zum Ratgeber ambulante OP
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11. Sie verhalten sich kostenbewusst - wie profitieren Sie davon?
Wenn Sie keine Rechnungen einreichen, wird Ihr kostenbewusstes Verhalten bei der HALLESCHE mit der Beitragsrückerstattung belohnt: Bei Leistungsfreiheit erhalten Sie in vielen Voll- und Beihilfeversicherungstarifen bis zu drei Monatsbeiträge zurück. Für einen Arbeitnehmer entspricht dies bis zu 50 % seines jährlichen Beitrags. Mehr zur Beitragsrückerstattung
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12. Wie mindert die HALLESCHE eine notwendige Beitragserhöhung?
  • Durch sogenannte »Beitragslimitierungen« mildert die HALLESCHE heute und in Zukunft notwendige Beitragsanpassungen für Ihre Versicherten ab. Die dafür verwendeten Mittel erwirtschaften wir unter anderem durch unsere besonders sicherheitsorientierte Kapitalanlagestrategie. Bei der aktuellen Beitragsanpassung setzen wir für unsere Versicherten rund 40 Millionen Euro ein!

  • Seit Abschluss Ihrer Krankenversicherung bilden wir für Sie Rückstellungen für das Alter. Deshalb ist Ihr Beitrag in jüngeren Jahren etwas höher, um die Ausgaben im Alter zu finanzieren. Die Zinserträge, die wir mit diesen Alterungsrückstellungen erzielen, werden selbstverständlich unseren Versicherten gutgeschrieben. In der Voll- und Beihilfeversicherung zahlen Sie außerdem zwischen dem 21. bis zum 60. Lebensjahr einen gesetzlichen Zuschlag von 10 %, sofern Sie dies bei Einführung des Zuschlags (im Jahre 2000) akzeptiert oder sich erst später bei uns versichert haben. Dieser Zuschlag wird ab Alter 65 beitragsstabilisierend eingesetzt.

  • Die HALLESCHE hat Rabattverträge mit Generikaherstellern. Dadurch werden Arzneimittelausgaben reduziert und Leistungsausgaben begrenzt.

  • Eines unserer wichtigsten Ziele für Sie als unser Mitglied ist die beste medizinische Versorgung. Mit unserem Gesundheitsmanagement ist Ihre Gesundheit bei uns in guten Händen: Unsere Patientenhilfe im Einzelfall sowie individuelle Gesundheitsprogramme für chronisch Kranke sorgen für eine optimale Versorgung unserer Versicherten und beeinflussen die Leistungsausgaben positiv.

  • Die HALLESCHE arbeitet mit dem Spitzenverband für Praxiskliniken zusammen: Für Versicherte verbessert sich dadurch der Zugang zu modernen Einrichtungen für ambulantes Operieren – auch dies wirkt sich positiv auf die Beiträge aus.

TIPP: Lesen Sie mehr zu unseren Gesundheitsangeboten unter der Rubrik: Gesundheitsberatung
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13. Wie finanziert die HALLESCHE Beitragslimitierungen?

Im Falle von Beitragserhöhungen kann die HALLESCHE Überschüsse nutzen, um die Beiträge zu limitieren und damit die Versicherten zu entlasten. Die Hauptüberschussquellen der Limitierungen sind der Sicherheitszuschlag und die Zinserträge. Zinserträge kommen aus

  • der Alterungsrückstellung (überrechnungsmäßige Zinsen),

  • dem Eigenkapital,

  • den Rückstellungen für Beitragsrückerstattung und

  • sonstigen Rückstellungen.

Übrigens: Die Rückstellungen sind ein wichtiger Faktor bei der Bewertung eines Versicherungsunternehmens. Sie geben einen Hinweis auf die Finanzkraft des Versicherers.
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14. Welchen Einfluss hat der Zins auf den Beitrag?
Als private Krankenversicherung legt die HALLESCHE Krankenversicherung Kapital zurück, um für die im Alter höheren Krankheitskosten vorzusorgen (die sogenannten Alterungsrückstellungen). Der „Rechnungszins“ gibt an, mit welcher Verzinsung auf die Alterungsrückstellungen kalkuliert wird.

Wir haben die uns anvertrauten Gelder besonders verantwortungsvoll angelegt und verfügen deshalb über sehr sichere Kapitalanlagen. Allerdings wirkt sich auch bei uns die lang anhaltende Niedrigzinsphase aus. Deshalb haben wir bei der Beitragsanpassung zum 1. Januar 2020 den Rechnungszins reduziert. Wird der Rechnungszins reduziert, muss mehr Kapital zurückgelegt werden, um die erforderliche Alterungsrückstellung zu finanzieren – der Beitrag steigt.  

Grundlage der Ermittlung des Rechnungszinses ist ein von der Versicherungsaufsichtsbehörde BaFin anerkanntes Überprüfungsverfahren zur Prognose der künftigen Nettoverzinsung.
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15. Kennen Sie die Vorteile der Modifizierten Beitragszahlung (MBZ.flex)?
Mit der sogenannten Modifizierten Beitragszahlung bietet Ihnen die HALLESCHE eine ergänzende Lösung zur Sicherung der Beiträge im Alter an. Dies funktioniert ganz einfach: Sie zahlen heute etwas mehr Beitrag und profitieren später von Beitragssenkungen. Bis Alter 59 können Sie in dieses Modell einsteigen. Mehr zu MBZ.flex

Pflegeversicherung
Informationen zur Beitragsanpassung in der Pflegeversicherung.
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1. Warum steigt der Beitrag in der Pflegepflichtversicherung 2020 so stark?

a. Leistungen wurden durch den Gesetzgeber ausgeweitet und die Zahl der Pflegebedürftigen ist stark angestiegen

Der Gesetzgeber hat den Leistungsumfang der Pflege-Pflichtversicherung in den letzten Jahren in mehreren Reformschritten deutlich ausgeweitet (insbesondere durch das Pflegestärkungsgesetz II und das Pflegepersonal-Stärkungsgesetz). Mit dem Pflegestärkungsgesetz II wurde neu bestimmt, wer als pflegebedürftig gilt. In der Folge ist die Zahl Pflegebedürftigen innerhalb von zwei Jahren von 2,9 auf 3,9 Millionen Menschen gestiegen. Auch die Leistungen und die Bezahlung der Pflegekräfte haben sich verbessert. Die gesetzlichen Änderungen wurden zum Teil bereits mit der BAP zum 01.01.2019 berücksichtigt. Die Auswirkungen sind jedoch stärker als zunächst angenommen. Daher ist es unvermeidlich, dass die gestiegenen Leistungen in der Kalkulation berücksichtigt werden. 

b. Die Verzinsung der Alterungsrückstellungen geht weiter zurück

Aufgrund der weltweiten Niedrigzinsphase wird aus den Alterungsrückstellungen weniger Geld erwirtschaftet, als ursprünglich in der Kalkulation angenommen. Große Teile der Beiträge – die Alterungsrückstellungen –  werden verzinslich angelegt, um damit die höheren Ausgaben im Alter zu finanzieren. Da der erwartete Rechnungszins gesunken ist, muss nun deutlich mehr Kapital zurückgelegt werden, um die erforderliche Alterungsrückstellung zu finanzieren. Dies wirkt sich wegen der langen Ansparphase besonders in der Pflege aus. 

c. Die Lebenserwartung ist gestiegen

Bei der Neukalkulation der Beiträge wurde auch die erneut gestiegene Lebenserwartung berücksichtigt. Wir orientieren uns dabei an der aktuellen Sterbetafel für PKV-Versicherte. In dieser Sterbetafel wird die höhere Lebenserwartung der PKV-Versicherten im Vergleich zum Durchschnitt der Bevölkerung berücksichtigt. 

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2. Welche Rolle spielen die Niedrigzinsen für meinen Beitrag?
Anders als die gesetzliche Pflegeversicherung legt die Private Pflegepflichtversicherung (PPV) als Vorsorge für ihre Versicherten einen großen Anteil der Beiträge in der Pflegeversicherung auf dem Kapitalmarkt an. Das zusätzliche Finanzpolster kommt zu 100 Prozent wieder den Versicherten zu Gute - mit Zins und Zinseszins. Diese sogenannten Alterungsrückstellungen dienen als Vorsorgekapital, um die lebenslang garantierten Pflegeleistungen auch für die Zukunft und das im Alter steigende Pflegerisiko abzusichern. Dank dieses generationengerechten Systems werden die zukünftigen Beitragszahler damit nicht belastet.

Um die garantierten Leistungen der PPV solide abzusichern, muss die kapitalgedeckte Vorsorge der PPV-Versicherten am Ende eine entsprechende Deckungssumme erreichen. Dieser Finanztopf wird neben dem eingezahlten Kapital aus den Beiträgen auch durch die langfristigen Erträge aus Zins und Zinseszins aufgefüllt (die als sogenannter "Rechnungszins" einkalkuliert sind). Was dabei die Zinserträge derzeit nicht mehr hergeben, muss - so ist es gesetzlich vorgeschrieben - durch eine Erhöhung der Vorsorge ausgeglichen werden, also durch zusätzliche Beiträge. Davon sind Privatversicherte jetzt ebenso betroffen wie andere Sparer auch.

Doch ungeachtet dessen zeigt sich: Die Zinserträge der Alterungsrückstellungen tragen schon heute wesentlich dazu bei, dass die Beiträge in der PPV für die allermeisten Versicherten deutlich günstiger sind als in der gesetzlichen Pflegeversicherung - und das bei genau gleichem Leistungsumfang. Das gilt weiterhin auch nach der Beitragserhöhung von 2020.
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3. Wie entwickelt sich der Beitrag für die Pflegepflichtversicherung bei anderen PKVen?
Die Beitragskalkulation der PPV erfolgt branchenweit einheitlich durch den PKV-Verband. Die Anpassung in der Pflege-Pflichtversicherung betrifft daher alle Privatversicherten gleichermaßen.
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4. Wie entwickeln sich die Beiträge in der gesetzlichen Pflegeversicherung?

Der Leistungsumfang der Privaten Pflegepflichtversicherung (PPV) ist identisch mit dem der gesetzlichen Pflegeversicherung. Daher liegt ein Vergleich nahe, wie sich deren Beiträge entwickeln. Unter dem Strich zeigt sich: die PPV-Beiträge sind in den allermeisten Fällen deutlich niedriger als in der gesetzlichen Pflegeversicherung - und, sofern Sie mindestens fünf Jahre versichert sind, in keinem einzigen Fall höher als deren Höchstbeitrag.

In der gesetzlichen Pflegeversicherung wurden die Beitragssätze in den letzten Jahren stark erhöht (in 2015 von 2,3 % auf 2,6 %, in 2017 auf 2,8 % und in 2019 auf 3,3 % des beitragspflichtigen Einkommens):

  • der monatliche Beitrag eines Durchschnittsverdieners stieg dadurch von 66 Euro auf rund 115 Euro 
  • der Höchstbeitrag für Kinderlose stieg von 93 Euro auf rund 155 Euro 
  • durch die Anhebung der Beitragsbemessungsgrenze steigt der Beitrag in der gesetzlichen Pflegeversicherung zum 01.01.2020 erneut an. 

Im Vergleich zu den GKV-Versicherten zahlen PKV-Kunden im Schnitt deutlich geringere Pflegeversicherungsbeiträge (siehe unten der blaue Beitragsverlauf).

 

Da sich die gesetzliche Pflegeversicherung über das sogenannte Umlageverfahren finanziert, wirken sich die Folgen unserer alternden Gesellschaft dort sehr viel stärker aus als in der PPV. Denn anders als die PPV bildet die gesetzliche Pflegeversicherung für ihre Versicherten keine Alterungsrückstellungen zur Finanzierung der zukünftigen Leistungsansprüche. Stattdessen werden in der gesetzlichen Pflegeversicherung die stark steigenden Kosten für immer mehr ältere Versicherte, die aufgrund ihres geringeren Einkommens gleichzeitig weniger Beiträge zahlen, künftig die Beitragslast von immer weniger jüngeren Erwerbstätigen deutlich erhöhen. 

Zum Vergleich: Die rund 9,3 Mio. Versicherten in der PPV haben bis Ende 2018 rund 36,19 Mrd. Euro an Alterungsrückstellungen gebildet. Nach einer aktuellen Berechnung des Wissenschaftlichen Instituts der PKV wäre für eine vergleichbare Kapitaldeckung in der gesetzlichen Pflegeversicherung ein Betrag von 435 Mrd. Euro erforderlich. 


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